Update: Kirchengemeinderat in Langensteinbach hat entschieden

Karlsbad (pm) Wie der Evangelische Kirchengemeinderat in Langensteinbach soeben in einer Mitteilung schreibt, hat er über die Gewährung des Kirchenasyls entschieden.

Dabei handelte es sich über einen Antrag eines muslimischen Flüchtlings. In der Mitteilung heißt es:

Dem Flüchtling droht die Abschiebung nach Italien. Nach Auffassung des Kirchengemeinderats ist Kirchenasyl das letzte Mittel, um einem Flüchtling zu helfen. In dem konkreten Fall war er der Meinung, dass noch nicht alle Mittel ausgeschöpft und alle Alternativen geprüft worden sind. Der Kirchengemeinderat sieht zwar die Flüchtlingspolitik, und die Art und Weise wie mit Flüchtlingen, wie hier aus Italien, umgegangen wird, als sehr kritisch und verbesserungswürdig an. Gleichwohl eigne sich der Fall des Flüchtlings aus Gambia, dem eine Abschiebung nach Italien droht, noch nicht für ein Kirchenasyl.

In Italien drohe ihm keine Gefahr für Leib und Leben. Ob ihm eine entwürdigende Behandlung drohe, lasse sich nicht abschließend beurteilen. Der Kirchengemeinderat ist dankbar für die große Beteiligung der Gemeinde an der Beratung dieses Falls in der Gemeindeversammlung und das angebotene persönliche Engagement. Dennoch musste auch bedacht werden, ob die räumlichen, sachlichen und personellen Möglichkeiten der Gemeinde ausreichen, um einen Schutzsuchenden über mehrere Monate zu betreuen, zu versorgen und ihm Schutz zu gewähren.

Zu erwägen war auch, was mit einem Kirchenasyl in der besonderen Situation des Flüchtlings erreicht werden kann. Dem Flüchtling bzw. den ihn Betreuenden wurde angeboten, bei der Suche nach Alternativen behilflich zu sein. Der Kirchengemeinderat würdigt ausdrücklich das Engagement vieler Menschen auch aus den Kirchengemeinden Karlsbads bei der Unterstützung der Flüchtlinge und ist für diese Arbeit dankbar. Er wird diese im Rahmen seiner Möglichkeiten trotz dieser ablehnenden Entscheidung auch weiter unterstützen.