Überraschungs-Erfolg gegen den Spitzenreiter: PSK Lions setzen Höhenflug weiter fort

Karlsruhe (pm/amf) Die PSK Lions setzen ihren Höhenflug in der 2. Bastketball-Bundesliga weiter fort. Am zweiten Weihnachtsfeiertag behielt das Karlsruher „Löwenrudel“ in einer dramatischen Schlussphase auch gegen den Spitzenreiter, die Rostock Seawolves, die Oberhand und schnappte sich damit den fünften Sieg in Serie. Zugleich beendeten die Lions damit die bis dato elf Spiele andauernde Siegesserie des Tabellenführers. Kurz vor Ablauf der Uhr im letzten Angriff stellten die Lions in der heimischen Lina-Radke-Halle durch einen Dreier von Matthew Moyer auf 87:86 und fügten dem Tabellenführer die erste Niederlage seit dem 2. Oktober zu.

Beide Mannschaften gingen von Beginn an konzentriert, aber kontrolliert zu werke, denn keiner der Kontrahenten wollte den anderen unterschätzen. So war die Partie während der ersten sieben Minuten äußerst eng. Es zeigte sich jedoch früh, dass diese Begegnung das Potenzial hatte, zur spielerischen und taktischen Herausforderung für die Lions zu werden. Denn das Löwenrudel ließ etwas die Treffsicherheit der vergangenen beiden Wochen vermissen und war in einigen Situationen den entscheidenden Tick langsamer als die gut aufeinander abgestimmten Seawolves. So versuchten sich die Gäste kurz vor der ersten Pause davonzustehlen, doch Lions-Headcoach Aleksandar Scepanovic nahm 100 Sekunden vor Ende des Anfangsabschnitts beim 15:20 eine Auszeit, und richtete offensichtlich die richtigen Worte an seine Schützlinge. Es folgte eine perfekte Minute für Karlsruhe, in der ein 10:0-Run den Spielstand auf 25:20 drehte. Das erste Viertel endete etwas überraschend, aber nicht unverdient mit 27:23. Nach Wiederbeginn machten die Lions genau so weiter, wie sie zuvor aufgehört hatten. Überfallartig verwandelte Leo Behrend zwei Dreier hintereinander zum 33:23, dem ersten zweistelligen Vorsprung des Löwenrudels, das auch in der Defense gut gegen die Angriffe des Teams von der Ostsee arbeitete. Aber die Gäste blieben brandgefährlich und versuchten meist erfolgreich, jede sich bietende Chance zu nutzen, um sich nicht abschütteln zu lassen. Auch die Lions kämpften um jeden Ball, behielten ihre Linie bei und bauten in ihrer stärksten Phase kurz vor der Halbzeit ihren Vorsprung bis auf maximal 13 Punkte aus. Wären die Seawolves nicht immer wieder in Tritt gekommen, die Hausherren hätten zur Spielmitte bereits höher als 52:41 geführt. Auch in Hälfte zwei zeigte sich Karlsruhe zunächst weiterhin bissig, ließ den Ball gut laufen, traf aber den Korb nicht mehr. So schmolz der Vorsprung zusehends und war zur Mitte des Viertels fast aufgebraucht. Erneut war es eine Auszeit von Scepanovic zum richtigen Zeitpunkt, die verhinderte, dass die Partie kippte. Denn die Lions verschafften sich mit einigen guten Aktionen im Anschluss etwas Luft. Die bis dahin temporeiche und sehr intensive Begegnung lebte jetzt allerdings von der Spannung und dem möglichen Favoritensturz. Es gab mehr und mehr foulbedingte Unterbrechungen, auf Kosten der Dynamik. Bis zum Beginn des letzten Viertels hatte der Tabellenführer aber dank guter nerven den Spielstand mit 66:64 fast egalisiert. Es folgte Spannung pur: Kurz nach Beginn des Spielabschnitts der Ausgleich, aber nicht die Wende, denn nun neutralisierten sich die Gegner praktisch, während die Angriffe von der einen zur anderen Seite rollten. In Minute 35 brachten die Lions dann zwei Offense-Aktionen in Folge ins Ziel. Doch die Seawolves konterten unmittelbar mit zwei Dreiern und hatten nun ihrerseits den Vorteil. Das Spiel vermittelte inzwischen längst wieder die Intensität aus der ersten Hälfte und die Spannung war greifbar. In der Crunchtime schien das Pendel nun endgültig in Richtung der Gäste zu schwingen, als die Seawolves 73 Sekunden vor Spielende mit vier Punkten in Front gingen. Für die Lions antwortete Whittaker mit einem Korbleger 60 Sekunden vor Schluss. Doch das Löwenrudel benötigte nun einen erfolgreichen Stop sowie möglichst drei Punkte, um die Entscheidung selbst in der Hand zu haben. Der Stop gelang, doch der Gegenstoß geriet ins Stocken. Zwei Korbwürfe waren erfolglos. Doch entgegen der allgemeinen Reboundschwäche der Mannschaft an diesem Abend sicherte Ferdinand Zylka den Ball ein letztes Mal und passte nach außen, zu Neuzugang Matthew Moyer. Dieser stand an der Dreierlinie und machte daraufhin seinen ersten Distanzwurf an diesem Abend. 2,1 Sekunden vor der Schlusssirene ging der Ball durch die Reuse. Die Lina-Radke-Halle stand sprichwörtlich Kopf. In der Folge wehrten die Lions den letzten Angriff der Seawolves ab und beschenkten sich selbst mit einem Sieg zum Jahresabschluss.

Leo Behrend war Lions -Topscorer mit 18 Punkten. Stanley Whittaker folgte mit 17 Punkten und starken 12 Assists. TreVion Crews kam auf 16, Ferdinand Zylka auf 11 und Tom Alte auf 10 Zähler. Nun hat das Löwenrudel exakt eine Woche Pause, bevor zu Beginn des neuen Jahres drei Partien in sieben Tagen anstehen.