Transnet BW baut neuen Stromkonverter in Philippsburg

Philippsburg/Stuttgart (pm/amf) Die Entscheidung bei der Suche nach einem geeigneten Standort ist gefallen: Der Übertragungsnetzbetreiber Transnet BW hat beschlossen, den geplanten neuen Stromkonverter auf dem Gelände des Kernkraftwerks in Philippsburg zu bauen. Das gab das Tochterunternehmen der EnBW am Dienstagabend bekannt. Der Konverter ist Bestandteil der Gleichstromleitung „Ultranet“, die Windenergie aus Norddeutschland in den Süden transportieren soll. Der Konverter dient dabei als Umspannwerk, das den Gleichstrom in haushaltsüblichen Wechselstrom umwandelt.

Transnet BW habe die Entscheidung in „konstruktiver Zusammenarbeit“ mit dem Betreiber des Atomkraftwerks in Philippsburg, der EnBW Kernkraft (EnKK), getroffen. „In konstruktiver Zusammenarbeit mit der EnKK, durch die Fachkompetenz unseres Lieferanten Siemens und mit der Unterstützung der Bundesnetzagentur haben wir eine einvernehmliche Lösung für die Umsetzung dieses Leuchtturmprojekts der Energiewende gefunden“, sagte Werner Götz, Geschäftsführer der TransnetBW.

Der Bau auf dem Kraftwerksgelände sei nach Auffassung von Transnet BW bautechnisch zwar „sehr komplex“ und erhöhe im Vergleich zu anderen Alternativstandorten die Kosten, aber dafür könne der Netzbetreiber dort die Haushalte in Baden-Württemberg „früher mit dem benötigten Strom aus dem Norden versorgen“, teilte Geschäftsführer Werner Götz mit. Darüber hinaus habe der Standort auf dem Kraftwerksgelände den Vorteil, dass der Abstand zur umliegenden Wohnsiedlung im Vergleich zur ursprünglich favorisierten Gemarkung Altrhein rund eineinhalb Kilometer größer ausfällt.

Der Regionalverband Mittlerer Oberrhein begrüßte die Entscheidung zugunsten des Standorts in Philippsburg. „Für den Regionalverband war und ist das der Wunschstandort“, sagte Verbandsdirektor Gerd Hager am Mittwoch. Entgegen der ebenfalls in Betracht gezogenen Standortalternative am Altrhein seien auf dem Kraftwerksgelände keine regionalplanerischen Festlegungen betroffen und ein größerer Abstand zum nächsten Siedlungsgebiet gegeben, so Hager.  Dadurch würden Frei- und Erholungsflächen erhalten bleiben und das Kraftwerksgelände könne sukzessive in eine Nachnutzung überführt werden.