Masernfall in der Notunterkunft Karlsruhe-Greschbachstraße

Karlsruhe (pm) Zunächst war es nur ein Verdacht, der sich nun aber bestätigt hat: In der Notunterkunft der Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) in der Greschbachstraße in Karlsruhe ist eine Masernerkrankung fest gestellt worden, das teilt das Regierungspräsidium Karlsruhe eben mit. 

Dies haben Untersuchungen des Gesundheitsamtes des Landratsamtes Karlsruhe ergeben. Nun wird das Gesundheitsamt eine Impfung aller dort untergebrachten Menschen durchführen. Die Außenstelle in der Greschbachstraße wird vorübergehend geschlossen, was bedeutet, dass keine Personen aus der Unterkunft heraus- und in die Unterkunft hinein verlegt werden. Unter ärztlicher Beobachtung wird dann abgewartet, wie sich die Situation weiter entwickelt.

Bereits vor einigen Wochen war in der Karlsruher LEA ein Masernfall fest gestellt worden, der aufgrund einer umgehend eingeleiteten Impfaktion zu keinen Ansteckungen führte. Das Regierungspräsidium Karlsruhe geht davon aus, dass die jetzige Situation in gleicher Weise bewältigt wird.

Unterdessen ist der Aufbau der 1.800 Quadratmeter großen Zelthalle auf dem Areal der Mackensen-Kaserne am Sonntag Abend abgeschlossen worden. Unter großem Einsatz von 108 Feuerwehrleuten, davon 105 Ehrenamtliche, wurden die insgesamt 480 Doppelstockbetten mit 960 Schlafplätzen aufgestellt. Das Regierungspräsidium Karlsruhe beabsichtigt, diese Plätze jedoch zunächst nur zu etwa zwei Dritteln zu belegen. In den kommenden Tagen sollen abhängig von der Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge bis zu 700 Plätze in der Zelthalle belegt werden. Eine leistungsfähige Heizung mit ölbrennerbertriebenen Warmluftgebläsen ist ebenfalls aufgebaut und bei Bedarf in Betrieb.

Am Wochenende kamen etwas mehr als 300 Menschen in Karlsruhe an, um Asyl zu beantragen. Diese Zahl liegt zwar unter den bis zu 500 erwarteten Flüchtlingen, aber immer noch weit über dem Schnitt der vergangenen Monate. Seit dem 1. September sind bereits über 4.800 Menschen in Karlsruhe eingetroffen und damit in nicht einmal einem Monat mehr als im gesamten Jahr 2010.