Löwen geben Weiterkommen aus der Hand

Barcelona (ar) Im Viertelfinale ist Schluss: Die Rhein-Neckar Löwen scheiden aus der Velux EHF Champions League aus. Der Sieben-Tore Vorsprung aus dem Hinspiel hat den Rhein-Neckar Löwen zum Weiterkommen nicht gereicht. Die Badener unterlagen dem FC Barcelona mit 31:24 (15:11) und sind aufgrund der auswärts weniger erzielten Treffer ausgeschieden.

 

Das Spiel begann mit einer Schweigeminute zum Gedenken an den verstorbenen Fußballtrainer des FC Barcelona  Tito Vilanova, der am Freitag im Alter von nur 45 Jahren seinem Krebsleiden erlag.

 

Das erste Tor im Spiel erzielte Patrick Groetzki von seiner angestammten Rechtsaußenposition. Die Katalanen konnten im Gegenzug durch einen Doppelschlag vom französischen Kreisläufer Cedric Sorhaindo mit 2:1 in Führung gehen. Nach elf Minuten war es wieder an Patrick Groetzki mit einem weiteren Treffer zum 4:4 auszugleichen.

 

Mit seiner ersten Auszeit beim  Stand von 12:11 für die Gastgeber wollte Trainer Gudmundur Gudmundsson seine Jungs taktisch neu justieren, aber das zeigte keine Wirkung: Unbeeindruckt erhöhte Barca-Star Nikola Karabatic mit seinem dritten Treffer den Vorsprung auf 13:11.

 

Mit dem 11:15 aus Löwen-Sicht ging es in die Halbzeitpause. In der ersten Hälfte war beiden Teams die Nervosität deutlich anzumerken. Allerdings erholten sich die Hausherren schneller und bauten so kontinuierlich die Sieben-Tore Hypothek aus dem Hinspiel ab. Für die Löwen galt es in der zweiten Halbzeit im spanischen Hexenkessel zu bestehen und sich durch den vier Tore Rückstand nicht aus der Ruhe bringen zu lassen.

 

Beim 17:13 stand erstmals Goran Stojanovic zwischen den Pfosten und parierte den 7-Meter gegen Viktor Tomas. Im Gegenzug traf Alexander Petersson aus dem Rückraum zum 14:17 Anschluss. Und auch den nächsten 7-Meter konnte Stojanovic gegen Barcelona-Kapitän Tomas entschärfen. Das war bereits der vierte verworfene Strafwurf der Katalanen.

 

In einer Angriffsaktion gegen Nikola Karabatic knickte Alexander Petersson unglücklich um und musste in der 41. Spielminute humpelnd das Spielfeld verlassen. Sein Sprunggelenk war noch aus dem Hinspiel angeschlagen, aber nach einer kurzen Pause biss der Isländer auf die Zähne und kehrte auf den Platz zurück.

 

Angetrieben vom siebenfachen-Torschützen Nikola Karabatic erhöhte Barcelona in der 46. Spielminute auf 22:16.

 

Mit den Toren von Uwe Gensheimer und Sergei Gorbok konnten die Löwen den 18:22 Anschluss herstellen. Sechs Minuten vor dem Ende erhöhte Siarhei Runtenka den Vorsprung auf 27:21, und im Gegenzug verwarf Löwen-Kapitän Uwe Gensheimer  den 7-Meter gegen Arpad Sterbik.

 

Die 50 mitgereisten Löwen-Fans mussten mit ansehen wie Kiril Lazarow drei Minuten vor Schluss zum 30:21 für die Gastgeber erhöhte. Damit war der Traum ins Champions League Final-Four einzuziehen in weite Ferne gerückt. Doch die Gelben wollten nicht so einfach aufstecken.

 

Angetrieben vom gut haltenden Niklas Landin ließ Patrick Groetzki mit seinem siebten Treffer 30 Sekunden vor Schluss beim 24:31 bei den Gästen noch einmal Hoffnung aufkeimen. Die letzten Sekunden wurden zum Herzschlagfinale: Drei Sekunden vor Schluss kamen die Löwen noch einmal in Ballbesitz, doch die Zeit war zu knapp um den Ball im Tor unterzubringen.

 

Damit zog der FC Barcelona, angetrieben vom heimischen Publikum, ins Final-Four ein. Vesprem (Ungarn) und Flensburg sind bereits für die  Champions League Endrunde in Köln qualifiziert. Morgen könnte der THW Kiel als zweites deutsche Team das vier-köpfige Teilnehmerfeld Ende Mai in der LANXESS Arena komplettieren.