Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh zum Karlsruher Stadtjubiläum

Karlsruhe (pm/an) Der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh hat zum Auftakt des 300. Stadtjubiläums dazu aufgefordert, in Karlsruhe den lebendigen Austausch zwischen den Religionen zu stärken. „Der geöffnete Fächer kann zum Symbol für eine offene Stadt werden, in der Menschen aus vielen Ländern gut miteinander leben, in der Verfolgte Zuflucht finden und Arme ihr Recht und Unterstützung bekommen“, sagte er am Sonntag (10.1.) in seiner Predigt in der Karlsruher Stadtkirche. Der Gottesdienst bildete den Auftakt zur Reihe „I have a dream“, zu Kunstprojekten und weiteren kirchlichen Veranstaltungen im Jubiläumsjahr der Fächerstadt.

„Ich stelle mir vor, dass sich Jugendliche regelmäßig treffen und über ihren Glauben reden. Über das, was sie trägt und ihnen den Weg weist. Was sie verbindet und was sie unterscheidet“, schilderte Cornelius-Bundschuh seine persönliche Vision. In seiner Predigt nahm er Bezug auf den berühmten Traum des US-amerikanischen Freiheitskämpfers Martin Luther King und bilanzierte. „Ein Traum ist stark, wenn er einerseits genau hinschaut auf die Not der Menschen und andererseits unseren Kopf hebt, damit wir sehen: Gottes Gerechtigkeit kommt und verändert mich und die Welt“.

Ein Symbol für diesen Traum sei die christliche Taufe. „Sie ist ein Symbol meiner Entscheidung, falsche Wege zu verlassen und neue zu gehen. Sie öffnet den Himmel, auch wenn ich scheitere mit meinen Anstrengungen, auch wenn wir verzweifelt sind, weil unsere Visionen einer friedlichen und gewaltfreien, einer offenen, freiheitlichen und toleranten Gesellschaft zerschlagen werden“, erklärte Cornelius-Bundschuh wenige Tage nach den Attentaten von Paris.

Mit dem Gottesdienst wurde auch die Rauminstallation des Künstlers und Theologen Günther Thomas zu „I have a dream“ in der Stadtkirche installiert.

Am 18.1 spricht Eckart Köhne, Leiter des Badischen Landesmuseum, über „Die Zukunft der Vergangenheit“, Komponist Wolfgang Rihm schildert am 25.1. „Visionen in der Musik“. Der Projektleiter des „Café Initial“ in Karlsruhe, Max Breitzler, predigt am 1.2. über „Arbeit, ja Arbeit!“, am 15. Februar referiert Catherine Devaux von Amnesty International über „Den Fremden ein Freund“ und der Generalintendant des Badischen Staatstheater, Peter Spuhler, predigt am 22. Februar zum Thema „Bühne frei!“. In einem Podiumsgespräch am 23.1., wird im Café Palaver diskutiert, welchen Stellenwert Visionäre in unserer Gesellschaft haben.