Kreative Resteküche: Lebensmittel nicht verschwenden

Baden-Württemberg (pm) Jährlich werden in Deutschland 11 Millionen Tonnen Lebensmittel ungenutzt entsorgt, der größte Anteil davon in den privaten Haushalten. Auch im Vorfeld einer Urlaubsreise im Sommer oder vor einem verlängerten Wochenende landet so manches Lebensmittel in der Abfalltonne, weil es nicht mehr rechtzeitig verbraucht wird.

„In Deutschland werden jedes Jahr 82 Kilogramm Lebensmittel pro Kopf in den Müll geworfen, dabei wäre der Großteil davon noch genießbar“, sagte Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL am Samstag (13. August) in Stuttgart. „Wir alle können dazu beitragen, weniger Lebensmitteln zu verschwenden. Denn Lebensmittel sind wertvoll.“ Bei den Vorbereitungen einer Urlaubsreise können Einkaufsplanung, durchdachte Lagerung und geschickte Verarbeitung verderblicher Produkte dafür sorgen, dass bis zum Reiseantritt die verderblichen Lebensmittel verbraucht sind oder nach der Rückkehr noch verzehrt werden können.

Lebensmittelreste kreativ verwerten
Die Tage vor einer Reise seien ideal dafür, Vorrats- und Kühlschrank zu leeren. Denn mit den Reisevorbereitungen habe man häufig bereits genug zu erledigen und sei froh, wenn kein Lebensmitteleinkauf mehr nötig sei, so die Staatssekretärin. Aus noch vorhandenen Kartoffeln und Gemüse etwa wird schnell eine leckere Gemüsesuppe oder ein schmackhafter Auflauf. Als Suppeneinlage oder für einen Auflauf lassen sich auch Reste von Braten oder anderem Fleisch verwerten. Zum Abschmecken dienen Kräuter, Käse und Sahne. Aus Eiern und Milch entstehen zum Beispiel leckere Pfannkuchen. Zusammen mit Obst oder herzhaft mit Käse- oder Schinkenresten ergeben sie eine schmackhafte Mahlzeit. Der Phantasie sind bei der Resteküche keine Grenzen gesetzt, erklärte Gurr-Hirsch. Und so manches daraus eignet sich auch prima als Reiseproviant.

Lagerung und Haltbarmachen bei vielen Lebensmitteln möglich
„Bleiben trotz kreativer Resteküche vor dem Urlaub noch Lebensmittel übrig, ist dies kein Grund, sie in den Müll zu werfen. So lassen sich beispielsweise Suppenreste, geriebener Käse oder Schnittkäse problemlos einfrieren, ebenso wie viele Gemüse-sorten. Diese sollten vorher kurz blanchiert werden“, erklärte die Staatssekretärin. Aus Obst lässt sich ein leckeres Mus kochen, das entweder ebenfalls in den Tiefkühlschrank wandert oder noch heiß in Schraubgläser gefüllt und fest verschlossen wird. Dies ist zugleich ein wunderbarer Willkommenssnack bei der Rückkehr aus dem Urlaub.

Auch Brot eignet sich gut zum Einfrieren, das sollte allerdings möglichst frisch passieren. Älteres Brot lässt sich besser durch Trocknen haltbar machen. Das Brot – oder auch die Brezeln – dafür am besten in kleine Würfel schneiden und trocken aufbewahren, damit sich kein Schimmel bildet. Die Brotwürfel können dann bei Bedarf zu Semmel- oder Brezelknödeln verarbeitet oder zu Paniermehl vermahlen werden.

Den Nachbarn eine Freude machen
Manchmal ist die Zeit zu knapp, um alle Lebensmittel zu verwerten. Dann ist eine gute Idee: Lebensmittel teilen. „Alles, was man selbst nicht rechtzeitig verbrauchen kann, wird an andere verschenkt, die es gerade benötigen. In vielen Orten gibt es inzwischen Initiativen, die eine solche Lebensmittelverteilung organisieren. Aber es geht auch ganz einfach in kleinem Stil: Vielleicht freut sich jemand aus der Nachbarschaft über die Schale Obst oder die restlichen Eier“, sagte die Staatssekretärin.

Mehr Wertschätzung für Lebensmittel
„In unseren Lebensmitteln stecken wertvolle Ressourcen wie Wasser, Energie, Boden und Arbeitskraft“, betonte Gurr-Hirsch. „Alles, was ungenutzt im Müll landet, hat nicht nur Auswirkungen auf unseren Geldbeutel, sondern auch auf Umwelt und Klima. Wir können daher alle einen Beitrag leisten, weniger Lebensmittel zu verschwenden und unsere natürlichen Ressourcen zu schonen“, erklärte die Staatssekretärin.