KIT will Testfeld für autonomes Fahren errichten

Karlsruhe (pm/amf) Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) möchte eine „führende Rolle“ im Bereich automatisiertes Fahren einnehmen. Wie das KIT am Donnerstag mitteilte, haben sich ein Konsortium aus KIT und regionalen Partnern beim Land darum beworben, Teststrecken in der Region einzurichten. Auf diesen Strecken sollen Firmen und Forschungseinrichtungen Technologien rund um das Thema vernetztes und automatisiertes Fahren im alltäglichen Straßenverkehr testen können. 

In dem Konsortium engagieren sich das Karlsruher Institut für Technologie, die Stadt Karlsruhe, die Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft, das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) und die Stadt Bruchsal unter Leitung des Forschungszentrum Informatik (FZI) am KIT. „Die Symbiose von Mobilität und Informationstechnik verspricht Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen und wird zu völlig neuen Mobilitätskonzepten führen“, sagte der Präsident des KIT Prof. Holger Hanselka.

Über das Testfeld sollen Fahrzeugsysteme für automatisiertes und vernetztes Fahren im Straßenverkehr getestet und entwickelt werden. Die Schaffung eines Testfelds werde dazu beitragen, dass technologische Lösungen im Umfeld der Digitalisierung der Mobilität effektiv erprobt werden können, etwa smarte Zusatzdienste oder Datenschutz. Durch ein frei zugängliches Testfeld würden vor allem kleine und mittlere Unternehmen profitieren und die Niederlassung von Firmen aus dem Mobilitäts- und IKT-Sektor würde begünstigt. Mit den beantragten Mitteln ist geplant, Verkehrsflächen unterschiedlichster Art für das automatisierte und vernetzte Fahren vorzubereiten. Dazu werden 3D-Karten erzeugt sowie Sensoren zur Echtzeiterfassung des Verkehrs und dessen Einflussfaktoren installiert. Die Daten werden ausgewertet und den Nutzern des Testfelds zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus erhalten die Nutzer Informationen über die Schaltungen der Ampeln und die Bewegungen im Bus-, Stadt- und Straßenbahnverkehr. Es sollen Funkstrecken und moderne Telekommunikationstechniken eingerichtet werden, um die Datenübertragung von und zu den Fahrzeugen sicherzustellen.

Der Karlsruher Gemeinderat hatte am vergangenen Dienstag beschlossen, für das Projekt insgesamt 190.000 Euro zur Verfügung zu stellen. Diese Mittel sollen unter anderem in die für den Betrieb des Testfelds notwendige Aufrüstung von Ampelsystemen und in den Ausbau von KA-WLAN fließen. Außerdem erteilt die Stadt Karlsruhe die für das Testfeld notwendigen straßenrechtlichen Genehmigungen. Die Aufgaben der Testfeld-Betreibergesellschaft soll der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) übernehmen. Die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) wollen nach Angaben des KIT das mögliche Testfeld für Forschungszwecke nutzen.