Falsche Polizisten im Raum Baden-Baden: Kripo fasst verdächtiges Trio

Baden-Baden/Bürstadt/Aachen/Dortmund (pol/amf) Die Kriminalpolizei Offenburg hat drei mutmaßliche Betrüger festgenommen, die im Verdacht stehen, sich im Raum Baden-Baden als Polizisten ausgegeben und ihre Opfer um insgesamt mehr als 100.000 Euro gebracht zu haben. Bei den Festgenommenen handelt es sich laut Polizeiangaben um Männer im Alter zwischen 21 und 50 Jahre.

Im August häuften sich bei der Polizei die Anrufe besorgter Bürger. Bei ihnen habe soeben ein angeblicher Kriminalbeamter angerufen und mitgeteilt, dass ihr Erspartes aufgrund einer „undichten Stelle“ bei der Bank in Gefahr wäre. Nun sollten die Konten schnellstmöglich von den Angerufenen geräumt und das Geld in Bar einem Polizisten zur Verwahrung übergeben werden. Dass der abstrus klingenden Geschichte tatsächlich vereinzelt Glauben geschenkt wurde, belegen zwei  Fälle, bei denen die jetzt inhaftierten Tatverdächtigen im Verdacht stehen, im August Geld und Wertsachen im Wert von über 100.000 Euro erbeutet zu haben.

Am 17. August klingelte das Telefon eines Rentners in Baden-Baden. Nachdem der Senior die Geschichte der Betrüger verinnerlicht hatte, kam es noch am selben Tag zur Übergabe von Geld und Preziosen im Wert von mehreren zehntausend Euro. Die beiden damals mutmaßlich beteiligten Tatverdächtigen konnten jetzt nach intensiven Ermittlungen der Kripo dingfest gemacht werden. In den frühen Morgenstunden des 29. August erhielt ein 50 Jahre alter Verdächtiger in Bürstadt Besuch von seinen echten „Kollegen“. Seinem 21-jährigen mutmaßlichen Komplizen wurden drei Tage später im Raum Aachen Handschellen angelegt. Ein zweites, in der Kurstadt wohnendes Opfer wurde eine Woche zuvor mit derselben Masche um mehrere zehntausend Euro erleichtert. Der damals vorstellig werdende falsche Polizist konnte am Anfang September im Raum Dortmund festgenommen werden.

Alle drei Tatverdächtigen wurden auf Antrag der Staatsanwaltschaft Baden-Baden dem Haftrichter vorgeführt und befinden sich derzeit in Untersuchungshaft. Von den erbeuteten Geldern und Wertsachen fehlt größtenteils jede Spur. Der Gesamtschaden wird derzeit insgesamt auf über 100.000 Euro geschätzt. Die bisherigen Recherchen deuten darauf hin, dass die Taten aus dem Ausland gesteuert wurden. Die Ermittlungen dazu dauern an.