Karlsruhe (pm/fro) Der VfB Stuttgart hat mit 2:0 (1:0) das Derby gegen den Karlsruher SC gewonnen. Während des ausverkauften Spiels kam es zu 2 Spielunterbrechungen aufgrund von Pyrotechnik im Karlsruher Block. Auch abseits des Stadions kam es zu Sachbeschädigungen. Das Debüt von Marc-Patrick Meister als Cheftrainer der Karlsruher brachte nicht die erhoffte Wende im Abstiegskampf. Die direkten Konkurenten konnten alle punkten.
Aus dem Spielbericht des Karlsruher SC
Bei seiner Pflichtspiel-Premiere setzte der neue KSC-Cheftrainer Marc-Patrick Meister auf eine Fünfer-Abwehrkette und nahm auch personell einige Änderungen vor. Zudem sorgte der 36-jährige mit einer Personalie für eine faustdicke Überraschung: Die Position des Linksverteidigers übernahm mit Severin Buchta ein Akteur aus Reihen des KSC II. Neben Buchta rückten mit Matthias Bader, Jordi Figueras, Benedikt Gimber, Franck Kom und Fabian Reese fünf weitere Spieler neu in die Anfangsformation.
Bereits in der Anfangsviertelstunde konnten beide Teams jeweils eine dicke Chance für sich verbuchen. In der 4. Minute reagierte KSC-Keeper Orlishausen glänzend nach Christian Gentners Aufsetzer aus 16 Metern. Auf der Gegenseite fackelte Florian Kamberi nicht lange, nachdem er sich gegen Timo Baumgartl durchgesetzt hatte. Sein strammer Schuss aus 20 Metern flog nur knapp links am VfB-Tor vorbei.
Asano mit dem Führungstreffer
Nachdem Simon Terodde die Kugel per Direktabnahme in der 17. Minute noch über den Kasten gesetzt hatte, musste KSC-Kapitän Orlishausen nach 26 Minuten das erste Mal hinter sich greifen: Takuma Asano verlängerte Gentners Hereingabe aus dem linken Halbfeld unhaltbar ins rechte untere Eck.
Die Stuttgarter waren zwar das aktivere Team, mit Ausnahme des Gegentreffers standen Figueras und seine Defensivkollegen aber sicher und ließen zunächst keine weiteren gefährlichen Möglichkeiten der Schwaben zu. Eine Drangphase des KSC wiederum führte nicht zum gewünschten Erfolg. Figueras selbst leitete in der 40. Minute Kamberis zweite gute Chance ein. Der Spanier klärte per Kopf nach einer VfB-Ecke, anschließend ging es für die Meister-Elf schnell nach vorne. Reese bediente den gestarteten Kamberi, der von halbrechts nur knapp über das Tor zielte. Vor dem Pausenpfiff boten sich den Badenern aber noch zwei weitere Möglichkeiten: Kamberi konnte den Ball nicht an Torwart Mitchell Langerak vorbeibringen, den Abpraller konnte Hiroki Yamada nicht verwerten (44.). In der Nachspielzeit scheiterte Yamada mit einem Schuss von halbrechts ebenfalls an Langerak.
Zweiter Durchgang beginnt verspätet
Die zweite Hälfte begann mit einer Viertelstunde Verspätung. Beide Mannschaften waren bereits auf dem Platz, als – wie bereits während des ersten Durchgangs – aus dem KSC-Fanblock Feuerwerkskörper auf das Spielfeld geschossen wurden. Vor dem Wiederanpfiff hatte FIFA-Schiedsrichter Christian Dingert klargemacht, dass eine weitere Aktion dieser Art einen Spielabbruch zur Folge hätte.
Kaum hatte der Schiedsrichter die Partie wieder freigegeben, wurde es auch schon brenzlig im KSC-Strafraum. Emiliano Insua hatte sich bis zur Grundlinie durchgetankt und dann zu Terodde gepasst. Dessen Schuss konnte Gimber gerade noch blocken. In der 60. Minute stellte dann erneut Asano die Weichen für die Schwaben endgültig auf Sieg: Orlishausen konnte Alexandru Maxims Schuss zwar noch mit der linken Faust zur Seite lenken, Asano staubte freistehend zum 2:0 ab.
Die Gäste versuchten bis zum Schluss alles, doch auch der Anschlusstreffer war ihnen nicht mehr vergönnt. Den gestarteten Kamberi holte Baumgartl noch ein, zudem konnte Langerak den Querpass des Schweizers noch vor dem eingewechselten Dimitris Diamantakos entschärfen (69.). Auch von einem Patzer des VfB-Keepers konnten die Karlsruher nicht mehr profitieren. Eine Ecke konnte er nicht unter Kontrolle bringen, doch Diamatakos hob das Spielgerät aus 15 Metern über den Kasten.
Nicht nur im Stadion benahmen sich die Anhänger des Tabellenletzten daneben:
Aus dem Polizeibericht der Stuttgarter Polizei:
…KSC-Anhänger brannten bereits bei ihrer Ankunft in Untertürkheim und während ihres Marsches zum Stadion Pyrotechnik ab. Vor Spielbeginn vermummten sich mehr als 100 Anhänger im KSC-Block und warfen Böller. Kurz nach Spielbeginn warfen KSC-Gewalttäter massiv Pyrotechnik auch in Richtung Spielfeld. Für den Anmarsch der Fans mussten die Daimlerstraße, die Mercedesstraße und die Benzstraße gesperrt werden. Rund ums Stadion ist es dabei zu erheblichen Verkehrsbehinderungen gekommen. In Zügen und S-Bahnen, die zum Transport der Fans genutzt worden waren, kam es nach ersten Meldungen der Bundespolizei zu Sachbeschädigungen…
Foto: KSC-Fans auf facebook