Vogelgrippe in Wörther Zuchtverein: Land stimmt Kompromiss zu – Teilbestand darf wohl am Leben bleiben

Wörth am Rhein/Mainz (pm/amf) Das rheinland-pfälzische Umweltministerium hat dem dem Kompromissvorschlag von Landrat Fritz Brechtel (CDU), zumindest einen Teil der Tiere des Wörther Geflügelzuchtvereins vor der Tötung zu bewahren, vorbehaltlich zugestimmt. Das teilte Landrat Brechtel heute mit. Dennoch droht dem Großteil des mehr als 500 Tiere umfassenden Bestands wohl die Keulung. Die Kreisverwaltung Germersheim hatte auf Weisung des Landes die Tötung der Tiere angeordnet, nachdem bekannt geworden war, dass sich mehrere Tiere des Zuchtvereins mit dem Vogelgrippevirus H5 infiziert haben. Der Landesverband der Rassegflügelzüchter Rheinland-Pfalz hatte gegen die geplante Keulung einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht Neustadt eingereicht. Das Gericht verfügte daraufhin, die Keulung bis zum Urteil auszusetzen. Mit dem vereinbarten Kompromiss ist die Entscheidung über den Eilantrag nichtig geworden. 

Der Vorschlag des Landrats sieht vor, zumindest die Tiere am Leben zu erhalten, die rasch in Ställen untergebracht werden könnten – das wären ein Drittel der insgesamt rund 500 Tiere. Brechtel zeigte sich nach dem errungenen Kompromiss erleichtert. „Ich bin wirklich froh, dass mein hartnäckiges Nachfragen beim Land und die Verfügung des Gerichts doch noch dazu geführt haben, dass sich das Land diesem Vorschlag anschließen konnte, wenn auch zunächst nur unter Vorbehalt“, so Brechtel. „Wermutstropfen bleibt, dass wir vielleicht viele tolle Tiere töten müssen. Wir werden dennoch versuchen, so viele Tiere wie möglich zu retten“, sagte Brechtel. In der Zuchtanlage werden mehrere seltene und zum Teil gefährdete Arten gehalten. „Die Tiere werden nicht zu Erwerbszwecken gehalten, sondern zur Arterhaltung oder zur Erhaltung seltener Rassen. Deshalb habe ich mich bereits am Sonntag für eine Kompromisslösung beim Land eingesetzt“, sagte der Germersheimer Landrat.